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125 Jahre für die Pharmazeutischen Wissenschaften

(06.11.2015). Vor 125 Jahren, am 6. November 1890, wurde im Berliner Konventgarten von 44 versammelten Teilnehmern die „Pharmaceutische Gesellschaft mit Sitz in Berlin“ gegründet, die sich ab 1895 „Deutsche Pharmazeutische Gesellschaft“ nannte. Initiator war der Pharmazeut und spätere Hochschullehrer Hermann Thoms (1859 bis 1931), an dessen Grab in Eisenach der DPhG-Vorstand in diesem Jahr einen Gedenkstein mit Gedenktafel errichten ließ, um den Gründer unserer Gesellschaft zu ehren. In diesen Tagen blicken wir voller Dankbarkeit zurück auf 125 Jahre bewegte Geschichte der DPhG, die heute mit etwa 10.000 Mitgliedern zu den ältesten und größten Wissenschaftsgesellschaften in Deutschland zählt.

Besonders freut uns, dass sich vor 25 Jahren unmittelbar vor der 100-Jahr-Feier in Berlin, am 8. September 1990 die Pharmazeutischen Gesellschaften der DDR und der Bundesrepublik vereinigt haben und sich seitdem gemeinsam mit voller Kraft für die Förderung der pharmazeutischen Wissenschaften im vereinigten Deutschland einsetzen.

Der wissenschaftliche Fortschritt im Bereich der Arzneimittel ist in den letzten Jahren rasant verlaufen. Pharmazeuten haben aufgrund ihrer wissenschaftlichen Ausbildung ein großes Potential bei der Erforschung und Entwicklung neuer, effektiver Arzneimittel. Die Pharmazie gilt zu Recht als zentrale Disziplin innerhalb der molekularen Lebenswissenschaften. Um das Potential der Pharmazie optimal auszuschöpfen, müssen die einzelnen Fächer in der Pharmazie interdisziplinär zusammenarbeiten und auch fachübergreifende Forschungskooperationen anstreben. Wir haben mit dem DPhG-Konzept „Pharmazie 2020“ Perspektiven für die Forschung und die Lehre aufgezeigt, um die Pharmazie für die Herausforderungen der Zukunft zu rüsten. Die Zukunft unseres Faches hängt auch entscheidend ab von der Qualität unseres wissenschaftlichen Nachwuchses. Deshalb ist für uns eine gezielte Nachwuchsförderung von größter Bedeutung.

Das Besondere an der Deutschen Pharmazeutischen Gesellschaft ist die Struktur ihrer Mitglieder. Viele unserer Mitglieder sind nicht in der Forschung, sondern in der pharmazeutischen Praxis tätig. In der öffentlichen Apotheke übernehmen Pharmazeuten die verantwortungsvolle Aufgabe der ordnungsgemäßen Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln. Vor dem Hintergrund einer verstärkten Debatte um Ausbildung, Weiterbildung, Fortbildung und Zertifikate unterstützen wir Offizinapotheker mit Themen, die für die Praxis relevant sind und neue pharmazeutische Dienstleistungen begründen, zum Beispiel Medikationsmanagement und personalisierte Therapie. Unser Berufsstand ist im Wandel und muss sich weiterentwickeln. Dabei wird die wissenschaftliche Qualifikation immer die Schlüsselrolle spielen.

Der Vorstand und die Geschäftsführung möchten allen herzlichst danken, die sich für die Ziele der Deutschen Pharmazeutischen Gesellschaft mit großer Tatkraft und Hingabe engagieren. Sie alle tragen dazu bei, dass die pharmazeutischen Wissenschaften weiterhin blühen und gedeihen.