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DPhG-Präsident Prof. Steinhilber

Ausblick auf das Jahr 2015

(02.01.2015). Die Deutsche Pharmazeutische Gesellschaft (DPhG) feiert im November 2015 ihr 125-jähriges Bestehen. Dies ist für uns nicht nur Anlass, mit Stolz auf die Errungenschaften der wissenschaftlichen Pharmazie zurückzublicken, sondern auch Ansporn, das Fach Pharmazie fit für die Zukunft zu machen.

In diesem Jahr werden wir unser Positionspapier „Pharmazie 2020 - Perspektiven für Forschung und Lehre“ publizieren, in dem wir aufzeigen, dass die Pharmazie noch stärker als bisher ihr Potential als interdisziplinäres Wissenschaftsfach ausschöpfen muss. Es wird immer ein zentrales Anliegen der DPhG sein, die pharmazeutischen Wissenschaften und insbesondere auch den wissenschaftlichen Nachwuchs gezielt zu fördern, z.B. durch die nächste Doktorandentagung im März dieses Jahres.

Was die Lehre betrifft, haben wir im Rahmen der Agenda „Pharmazie 2020“ im Dialog mit Studierenden, Verbänden und Hochschullehrern konkrete Vorschläge zur Aktualisierung der Lehrinhalte erarbeitet. Nach Einschätzung der DPhG könnten diese Vorschläge rasch umgesetzt werden, da die derzeit gültige Approbationsordnung flexibel genug für Anpassungen ist. Gemeinsam mit der Bundesapothekerkammer arbeiten wir gerade intensiv an einem Leitfaden für die praktische Ausbildung im 3. Abschnitt des Pharmaziestudiums, die künftig besser strukturiert sein muss, um die hohe Qualität der Ausbildung flächendeckend zu gewährleisten.

Ein Großteil unserer mehr als 10.000 Mitglieder arbeitet als Offizinapotheker. Deshalb unterstützen wir mit zahlreichen Aktivitäten den Apotheker in der Praxis. So haben wir frühzeitig die Implementierung des Medikationsmanagements als neue pharmazeutische Dienstleistung empfohlen und letztes Jahr die DPhG-Leitlinie zur „Guten Substitutionspraxis“ (GSP), aktualisiert. Auch außerhalb der Fachkreise machen wir deutlich, dass der Sachverstand der Apothekerinnen und Apotheker viel stärker als bisher zum Wohle der Patienten genutzt werden muss. Aktuell planen wir eine neue Therapieleitlinien-Beilage für unsere Mitgliederzeitschrift „Pharmakon“, die speziell dem Offizinapotheker wissenschaftlich fundierte und gleichzeitig praxisrelevante Informationen an die Hand geben wird, um die Apotheker in ihrer Aufgabe als kompetente Berater der Patienten zu stärken.  Ferner wird sich die DPhG verstärkt im Bereich der Fortbildung engagieren, Themenschwerpunkte werden beispielsweise Medikationsmanagement und personalisierte Pharmakotherapie sein. Die DPhG verfügt über die Hochschullehrer über eine breite Kompetenzbasis, die nicht nur für wissenschaftliche Vorträge sondern auch für Fort- und ggf. Weiterbildungsveranstaltungen (gemeinsam mit den Kammern) noch viel stärker genutzt werden kann. Die „Pharmakon“ würde auch hierfür perfektes Kursmaterial bilden. Der für den Bereich Hochschule zuständige Vizepräsident Prof. Laufer erarbeitet zusammen mit dem Generalsekretär Prof. Link momentan ein erstes Konzept.

Die DPhG veranstaltet jährlich in Deutschland etwa 150 gut besuchte Vortragsveranstaltungen speziell für Offizinapotheker. Wir möchten gerne noch mehr Offizinapotheker auch zur Teilnahme an unseren wissenschaftlichen Jahrestagungen motivieren. Dazu wollen wir erstmalig bei der DPhG-Jahrestagung Ende September in Düsseldorf zusätzlich zum traditionellen „Tag der Offizinpharmazie“ am 26. September, der in diesem Jahr das Thema Schmerz in allen Facetten behandelt, Themen-Workshops und Intensivvorträge speziell für Offizinapotheker anbieten.