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Rettet die Pharmazie in Leipzig

Frankfurt a.M. (19.12.2011) – Die Deutsche Pharmazeutische Gesellschaft e.V. (DPhG) lehnt den Plan der Universität Leipzig entschieden ab, das „Institut für Pharmazie mit dem dazugehörigen Studiengang“ infolge von Sparmaßnahmen an sächsischen Hochschulen zu schließen. Die pharmazeutischen Wissenschaften sind ein unverzichtbarer Bestandteil der universitären Fächervielfalt mit großer Forschungstradition. Eine Schließung des Instituts für Pharmazie in Leipzig würde den Forschungs- und Wirtschaftsstandort Sachsen nachhältig schwächen. Dies kann nicht die Absicht des Sächsischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst (SMWK) sein. Die DPhG fordert daher vom SMWK, den Fortbestand des Instituts für Pharmazie in Leipzig sicherzustellen.

Das Fach Pharmazie kann in Leipzig auf eine lange und sehr erfolgreiche Tradition zurückblicken. „Das Labor für Angewandte Chemie und Pharmazie“ war im 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts die Wirkstätte bedeutender Wissenschaftler wie etwa des Apothekers und Chemikers Ernst Otto Beckmann (1853-1923). Das heutige Institut für Pharmazie hat nach fast 25-jähriger Zwangspause 1992 seinen Lehrbetrieb aufgenommen. Die Pharmazie ist in Leipzig interdisziplinär aufgestellt. Gemeinsam mit den Studiengängen Biochemie, Biologie und Psychologie bildet sie die Fakultät für Biowissenschaften, Pharmazie und Psychologie. Jährlich nehmen etwa 50 Studierende zum Wintersemester in Leipzig, dem einzigen Pharmaziestandort in Sachsen, ihr Pharmaziestudium auf.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Leipziger Pharmazie bieten Forschung auf hohem Niveau. Ihr Anspruch ist es, sich in einem Klima von Kooperation und Austausch zu Spitzenleistungen zu motivieren und hochkarätige Nachwuchskräfte für Leipzig zu gewinnen. Die in Leipzig gewonnenen Forschungsergebnisse bringen nicht nur die pharmazeutischen Wissenschaften in ihren Grundlagen weiter, sondern sind auch wie zum Beispiel im Bereich der Klinischen Pharmazie anwendungsorientiert und patientenorientiert. Insofern übernehmen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Leipzig auch eine wichtige gesundheitspolitische Rolle für das Wohlergehen unserer Bevölkerung.

Vor dem Hintergrund dieser Leistungen und der Bedeutung der Pharmazie können die Pläne der Universität Leipzig, eben dieses erfolgreiche Institut zu schließen, nur entschieden abgelehnt werden. Wer den Rotstift an der falschen Stelle ansetzt, schwächt den Forschungs- und Wirtschaftsstandort Sachsen und die pharmazeutischen Wissenschaften, von denen unsere Bevölkerung im hohen Maße profitiert. Dies darf nicht passieren. Die Pharmazie in Leipzig muss gerettet werden.


Dr. Thomas Maschke, Vizepräsident für Finanzen
und Vorsitzender der Landesgruppe Sachsen
Dr. Anke Ritter, Vizepräsidentin
Dr. Petra Schoettler, Vizepräsidentin
Prof. Dr. Susanne Alban, Vizepräsidentin
Prof. Dr. Andreas Link, Generalsekretär
Prof. Dr. Manfred Schubert-Zsilavecz, amtierender Präsident
Dr. Michael Stein, Geschäftsführer
Prof. Dr. Dieter Steinhilber, Präsident (2012-2015)