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Grußwort des Vorstands zum 130. Geburtstag der DPhG

DPhG Vorstand 2020 - 2023

In diesen Tagen blicken wir zurück auf 130 Jahre bewegte Geschichte der DPhG – auf 130 Jahre gelebte pharmazeutische Wissenschaften! Unsere Gesellschaft gehört zu den ältesten und mit knapp über 10.000 Mitgliedern größten wissenschaftlichen Gesellschaften in Deutschland. Die Pharmazie als Wissenschaft zu fördern war und ist das erklärte Ziel unserer Gesellschaft; und ein Auftrag, der heute wichtiger ist denn je!

 

Die Gründungsveranstaltung der DPhG fand am 6. November 1890 im Berliner Konventgarten statt, initiiert vom Pharmazeuten und späteren Hochschullehrer Hermann Thoms (1859–1931). In den ersten fünf Jahren musste die wissenschaftliche Gesellschaft der Apothekerschaft allerdings noch ohne den heutigen Namen auskommen. Gegründet als „Pharmaceutische Gesellschaft mit Sitz in Berlin“, wurde sie 1895 in „Deutsche Pharmazeutische Gesellschaft“ umbenannt. Unglaublich vieles hat sich seither geändert, politisch, gesellschaftlich und natürlich auch wissenschaftlich. Der Zweck der DPhG ist aber unverändert geblieben: Sie dient dem Austausch mit allen, die Interesse an der wissenschaftlichen Pharmazie haben und das Fach stärken wollen.

 

Der Fortschritt im Bereich der Arzneimittel ist in den letzten Jahren und Jahrzenten rasant verlaufen und hat großartige Innovationen hervorgebracht. Daran haben natürlich auch Pharmazeutinnen und Pharmazeuten einen großen Anteil. Die Pharmazie ist das einzige universitäre Fach, das in seiner wissenschaftlichen Breite alle Kernkompetenzen auf dem Wirkstoff- und Arzneimittelsektor vermittelt. Dies zu betonen, die Pharmazie in der wissenschaftlichen Community noch fester zur verankern und ihre Stärken noch klarer herauszuarbeiten, bleiben wichtige Ziele der DPhG in den kommenden Jahren.

 

Wie gut es der Pharmazie geht, hängt – neben allen politisch-ökonomischen Aspekten – ganz entscheidend ab von der Qualität der pharmazeutischen Ausbildung: zuvorderst natürlich vom universitären Studium, aber eben auch von den weiteren akademischen Möglichkeiten. Deshalb ist eine gezielte Nachwuchsförderung auf allen wissenschaftlichen Karrierestufen für uns von größter Bedeutung.

Um das Potential der Pharmazie optimal auszuschöpfen, müssen die einzelnen pharmazeutischen Fächer noch enger zusammenarbeiten und verstärkt fach- und disziplinübergreifende Forschungskooperationen eingehen. Hierfür stellt die DPhG eine ideale organisatorische Plattform bereit, denn Vernetzungsmöglichkeiten gibt es nicht nur über die Landesgruppen, sondern auch über die Fachgruppen: Die DPhG ist die einzige wissenschaftliche Gesellschaft aller pharmazeutischen Teildisziplinen!

 

Neben vielen Mitgliedern aus dem Bereich der Forschung und Entwicklung, ist etwa die Hälfte der DPhG-Mitglieder in der pharmazeutischen Praxis tätig. In der öffentlichen Apotheke übernehmen Pharmazeutinnen und Pharmazeuten eine äußerst verantwortungsvolle und gesellschaftlich absolut unverzichtbare Aufgabe – die Bevölkerung ordnungsgemäß mit Arzneimitteln zu versorgen. Lieferengpässe, neue pharmazeutische Dienstleistungen, personalisierte Therapien: Dies alles zeigt, dass dieser einfach und klar formulierte gesetzliche Auftrag heutzutage durchaus viele pharmazeutische Herausforderungen birgt und großer, gemeinsamer Anstrengung bedarf. Hier kann und wird sich die DPhG immer wieder auf wissenschaftlicher Basis einbringen.

 

Vor dem Hintergrund einer verstärkten Debatte um Ausbildung, Weiterbildung, Fortbildung und Zertifikate unterstützt die DPhG Offizinapothekerinnen und -apotheker mit Angeboten zu praxisrelvanten Themen. Unser neues bundesweites Fortbildungsprogramm „DPhG@home: wissenschaftlich und praxisnah“, das im Oktober begonnen hat, soll hier – neben den überaus vielfältigen Programmen der Landesgruppen – für weitere Unterstützung sorgen. Unser Berufsstand ist im Wandel und muss sich weiterentwickeln. Dabei wird die wissenschaftliche Qualifikation immer die Schlüsselrolle spielen!

 

Die DPhG engagiert sich aber nicht nur in der Wissenschaft und in der Praxis, sondern ist auch in der Wissenschafts- und Gesundheitspolitik aktiv: Sie hat sich zu einer Institution entwickelt, die von der Politik wahrgenommen wird, zumal sie aufgrund der hohen wissenschaftlichen Expertise in ihren Reihen fundierte Statements zu aktuellen Themen abgibt.

„Die Gesellschaft fördert alle wissenschaftlichen Interessen der deutschen Pharmazie“, so heißt es in unserer Satzung. Der Vorstand möchte allen ganz herzlich danken, die sich für dieses Ziel mit großer Tatkraft und Hingabe engagieren. Sie alle tragen dazu bei, dass die Pharmazie Wissenschaft bleibt!

 

Der Vorstand der DPhG