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Die Deutsche Pharmazeutische Gesellschaft e.V. veranstaltet jedes Jahr etwa 150 wissenschaftliche Vorträge zu allen Themen aus der Pharmazie. Nutzen Sie diese Gelegenheit, Ihr Wissen stets aktuell zu halten.

18.05.2021 - 20.00 Uhr
CGRP-Antikörper/Antagonisten
Blick zum Horizont: Gepante, CGRP- und CGRP-Rezeptorantikörper Trotz der Verfügbarkeit von Analgetika, NSAR und Triptanen kann nicht jedem Patienten mit Migräne eine wirksame und gutverträgliche Akuttherapie angeboten werden. Zur optimalen Versorgung sollten Dosierungen und Applikationen ausgeschöpft werden. Seit 2020 steht neu auch die Injektion von Sumatriptan 3 mg s.c. zur Verfügung. Bei guter Wirksamkeit führt die Dosisreduktion zur deutlich besseren Verträglichkeit. Zur Akuttherapie werden im Laufe der nächsten zwei Jahre auch neue Substanzgruppen eingeführt. Lasmiditan greift hochselektiv an 5HT-1F- Rezeptor an, es kann im Gegensatz zu den Triptanen als der erste Vertreter der Ditane auch Patienten mit kardiovaskulären Risikofaktoren oder Vorerkrankungen wie Schlaganfall und Herzinfarkt verabreicht werden. Allerdings treten bei einem Teil der Behandelten Schwindel und Benommenheit als Nebenwirkung auf. Gepante sind ebenfalls eine neue, gut wirksame Akuttherapie (Ubrogepant, Rimegepant) die als Alternative zu Triptanen eingeführt werden. Gepante werden darüber hinaus auch zur Migräneprophylaxe in klinischen Studien untersucht (Atogepant, Rimegepant). Gepante bewirken eine orale CGRP-Rezeptorblockade und wirken damit ähnlich wie die monoklonalen Antikörper gegen den CGRP-Rezeptor. Drei Monoklonale Antikörper, die gegen CGRP oder den CGRP-Rezeptor gerichtet sind, sind in Deutschland bereits zur Behandlung der Migräne zugelassen, ein vierter wird aktuell in klinischen Studien untersucht. Sie können zu Lasten der gesetzlichen Krankenkassen dann eingesetzt werden, wenn etablierte Migräne Prophylaktika wie die Betablocker Propranolol und Metoprolol, der Kalziumantagonist Flunarizin, das Antikonvulsivum Topiramat und das trizyklische Antidepressivum Amitriptylin zuvor unwirksam waren oder nicht ausreichend vertragen wurden bzw. Kontraindikationen gegen den Einsatz bestehen. Bei der chronischen Migräne, das heißt bei Migränepatienten, die an 15 oder mehr Kopfschmerztagen im Monat Leiden, muss zuvor auch ein Therapieversuch mit OnabotulinumtoxinA erfolgen. Erenumab als monoklonaler Antikörper gegen den CGRP-Rezeptor steht in den monatlichen Dosierung von 70 mg und 140 mg s.c zur Verfügung. Bei Galcanezumab (CGRP-Antikörper) wird die Therapie mit 2 x 120 mg s.c. im ersten Monat begonnen und dann monatlich mit 120 mg fortgeführt. Fremanezumab (CGRP-Antikörper) kann monatlich mit 225 mg s.c. oder vierteljährlich mit 3 x 225 mg s.c. angewendet werden. Die monoklonalen Antikörper zeichnen sich durch sehr gute Verträglichkeit und insgesamt eine gute Wirkung, die in den bisherigen klinischen Studien den etablierten Prophylaxen jedoch nicht deutlich überlegen ist aus. Die Injektion wird durch den Patienten selbst mit einem Autoinjektor vorgenommen.

PD Dr. Charly Gaul
Migräne Klinik, Königstein im Taunus

Notiz:
Unter dem folgenden Link können Sie sich für die Veranstaltung anmelden: https://attendee.gotowebinar.com/register/3508165984755422478. Die Veranstaltung ist bei der BAK akkreditiert mit 2 Fortbildungspunkt in der Kategorie 3. Die Kennziffer lautet: BAK/FB/2021/245. Die Akkreditierung ist gültig am 18.05.2021.