Moderation: Prof. Dr. Robert Fürst
Arzneimittel zum Abnehmen – Wo stehen wir und was erwartet uns in den nächsten Jahren?
Referent: Prof. Dr. Manfred Schubert-Zsilavecz
Apothekerinnen und Apotheker sind bei der Behandlung der Adipositas besonders gefordert – als Präventionsberater und Arzneimittelexperten.
In Deutschland sind rund zwei Drittel der Männer und die Hälfte der Frauen übergewichtig. Ein Viertel der Erwachsenen ist stark übergewichtig, wobei die Prävalenz von Adipositas mit dem Alter zunimmt. Weiterhin sind etwa 15% der Kinder und Jugendlichen übergewichtig oder adipös.
Übergewicht und Adipositas begünstigen die Entwicklung chronischer Krankheiten wie z.B. Diabetes, Leberentzündung und Herzkreislauferkrankungen bereits ab einem frühen Alter. Durch diese Folgeerkrankungen entsteht ein erheblicher Leidensdruck. Hinzu kommen finanzielle Belastungen für unsere Gesundheits- und Sozialsysteme.
Die Adipositas ist in Deutschland als chronische Erkrankung anerkannt. Allerdings fehlen bis heute die Voraussetzungen für eine angemessene Therapie. Dies betrifft vor allem den Paragrafen § 34 Abs. 1 Satz 7 SGB V, der adipöse Patienten diskriminiert und die Kostenerstattung von wirksamen Medikamenten zur Gewichtsreduktion ausschließt.
Die Geschichte der Entwicklung von Arzneimitteln gegen Adipositas war über Jahrzehnte geprägt von Rückschlägen und Marktrücknahmen wenig wirksamer und schlecht verträglicher Arzneimittel. Erst die Einführung der GLP-1-Rezeptoragonisten hat die Pharmakotherapie der Adipositas auf eine klinisch-rationale Basis gestellt, was sich in den Empfehlungen der Fachgesellschaften widerspiegelt.
Im Vortrag werden nach einem kurzen historischen Abriss die neuen Arzneimittel für die Behandlung der Adipositas umfassend vorgestellt und bewertet. Darüber hinaus wird die Arzneistoff-Pipeline ausgeleuchtet und Wirkstoffe in später Phase der klinischen Prüfung vorgestellt.
Die Teilnahme am Vortrag wird mit 2 Fortbildungspunkten akkreditiert.
