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Schizophrenie – Eine interdisziplinäre Herausforderung für Ärzte und Apotheker

Online
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September 29, 2026
|
20:00
Uhr

DPhG@Home

Der Vortrag wird verschiedene Aspekte der Erkrankung Schizophrenie beleuchten und aufzeigen, wie Arzt und Apotheker zusammenarbeiten können, um das Outcome für die Patienten zu verbessern. Schizophrenie ist eine komplexe, chronische psychische Erkrankung, die durch eine Störung des Denkens, der Wahrnehmung und des Verhaltens gekennzeichnet ist. Die Historie der Schizophrenieforschung reicht bis in die Antike zurück, wo erste Beschreibungen psychischer Erkrankungen dokumentiert wurden. Im 19. Jahrhundert prägte Emil Kraepelin den Begriff „Dementia praecox“, der später durch Eugen Bleuler in „Schizophrenie“ umbenannt wurde, um die Vielschichtigkeit der Symptome zu betonen. Die Epidemiologie zeigt, dass Schizophrenie weltweit etwa 1% der Bevölkerung betrifft, wobei das Erkrankungsrisiko in bestimmten Bevölkerungsgruppen erhöht ist.

Die Ätiologie der Schizophrenie ist multifaktoriell und umfasst genetische, umweltbedingte und neurobiologische Aspekte. Genetische Studien haben gezeigt, dass Veranlagungen eine entscheidende Rolle spielen, während Umweltfaktoren wie Stress, Infektionen und Drogenmissbrauch ebenfalls signifikant zur Krankheitsentwicklung beitragen können. Die Pharmakologie fokussiert sich auf die Entwicklung von Antipsychotika, die zur Behandlung dieser Erkrankung eingesetzt werden. Es wird zwischen Erst-, Zweit- und Drittgenerations-Antipsychotika unterschieden, wobei letztere häufig ein besseres Nebenwirkungsprofil aufweisen und gezielter auf die pathophysiologischen Mechanismen der Schizophrenie wirken.

Ein zentrales Element der Therapie ist das Therapeutische Drug Monitoring (TDM), das eingesetzt wird, um die optimale Medikamentendosis zu bestimmen, Nebenwirkungen zu minimieren, Pseudoresistenz auszuschließen, die Adhärenz zu überprüfen und eine adäquate therapeutische Wirkung zu gewährleisten. Klinische Pharmazeuten spielen dabei eine wichtige Rolle im TDM-Prozess, indem sie den Ärzten Therapieoptimierungen empfehlen. Apotheker können auch mögliche Wechselwirkungen zwischen Antipsychotika und anderen Arzneimitteln identifizieren und den Arzt zu Alternativen oder einem geeigneten Monitoring informieren.

Die Pharmakogenetik bietet wertvolle Einblicke in die personalisierte Behandlung von Schizophrenie. Unterschiedliche genetische Variationen beeinflussen, wie Patienten auf Antipsychotika reagieren. Durch die Identifizierung genetischer Polymorphismen, die mit der Metabolisierung und Wirksamkeit von Medikamenten assoziiert sind, können Apotheker individuelle Therapieansätze fördern, die auf dem genetischen Profil des Patienten basieren. Dies trägt dazu bei, Nebenwirkungen zu minimieren und die Therapieergebnisse zu optimieren. Genderaspekte, die deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern aufweisen, werden diskutiert. Auch hier ist die Zusammenarbeit zwischen Arzt und Apotheker essentiell für ein gutes Outcome.

Zusammenfassend soll der Vortrag beleuchten, wie ein ganzheitlicher, gendersensibler und interdisziplinärer Ansatz gelingen kann. Apotheker tragen durch ihre Fachkenntnisse zu Interaktionen, Nebenwirkungen, TDM und Pharmakogenetik entscheidend zur Optimierung der Therapie bei und können Patienten unterstützen, ein besseres Leben mit dieser komplexen Erkrankung zuführen.

Alle weiteren Informationen zur Anmeldung werden zeitnah an dieser Stelle veröffentlicht.

Die Akkreditierung des Vortrags wir beantragt.

DPhG@home
Prof. Dr. Martina Hahn
Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie Universitätsmedizin Frankfurt; varisano Klinikum Frankfurt Höchst
Prof. Dr. Sibylle C. Roll
Varisano Klinikum Frankfurt Höchst

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