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Longevity – gesundes und aktives Altern

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April 14, 2026
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20:00
Uhr

DPhG@Home

Der Vortrag „Longevity – gesundes und aktives Altern“ zeichnet beschreibt das Bild eines tiefgreifenden Paradigmenwechsels: Weg von der Reparaturmedizin, hin zu einer präventionsorientierten Gesundheitsstrategie, die nicht primär auf maximale Lebensverlängerung, sondern auf eine möglichst lange Phase funktioneller Gesundheit zielt. Entscheidend ist dabei ist die Unterscheidung zwischen Lifespan und Healthspan – also zwischen Lebensdauer und den Jahren, die Menschen körperlich, kognitiv und sozial selbstständig bleiben.

Gestützt auf Konzepte der Geroscience wird Altern als biologischer Prozess beschrieben, der durch gemeinsame molekulare Mechanismen viele chronische Erkrankungen antreibt. Altern ist nicht heilbar, wohl aber in seinem Verlauf beeinflussbar. Klinisch relevante Endpunkte verschieben sich damit von Mortalität hin zu Funktionalität: Muskelkraft, kardiorespiratorische Fitness, metabolische Stabilität und kognitive Leistungsfähigkeit werden zu zentralen Markern gesunden Alterns.

In der Priorisierung möglicher Interventionen werde klare Akzente gesetzt: Die stärksten Effekte auf die Healthspan erzielen Bewegung – insbesondere Krafttraining zur Prävention von Sarkopenie –, ausgewogene Ernährungsmuster wie eine mediterrane Kost, ausreichender Schlaf, konsequente Impfprävention sowie ein kritisches Medikationsmanagement zur Reduktion von Polypharmazie. Supplemente und „Longevity“-Produkte rangieren demgegenüber deutlich nachgeordnet.

Kritisch wird der boomende Longevity-Markt betrachtet, der mit NAD⁺-Infusionen, Resveratrol-Kombinationen oder anderen hochpreisigen Interventionen wirbt, für die robuste klinische Evidenz weitgehend fehlt. Die gesellschaftliche Nachfrage nach gesundem Altern ist zwar real, doch die Antwort darauf liegen weniger im Biohacking als in strukturierter, evidenzbasierter Prävention.

Für die öffentliche Apotheke ergibt sich daraus eine zentrale Rolle. Sie sollte sich nicht als Verkaufsstelle für Anti-Aging-Versprechen, sondern als ein niedrigschwelliger Ort datenbasierter Präventionsberatung präsentieren. Dann wird Longevity zu einem praktischen Konzept der Primärprävention – wissenschaftlich fundiert, funktionell orientiert und frei von Heilsversprechen.

Moderation: Dipl.-Pharm. Nadine Metzger

Die Akkreditierung des Vortrags mit 2 Fortbildungspunkten ist beantragt.

Prof. Dr. Theo Dingermann

Zur Anmeldung: Zoom-Registrierung

DPhG@home
Prof. Dr. Theo Dingermann
Senior Editor der Pharmazeutischen Zeitung

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